
Was steckt eigentlich in einer LED-Werbebande? Wer zum ersten Mal mit LED-Technik im Stadion zu tun hat, unterschätzt oft die Komplexität hinter den leuchtenden Werbeflächen. Eine LED-Bande ist kein großer Fernseher, den man einfach anschließt, sondern ein modulares System aus hunderten Einzelteilen, die präzise zusammenarbeiten müssen. In diesem Artikel erklären wir den kompletten technischen Aufbau eines professionellen LED-Bandensystems.
Viele stellen sich eine LED-Bande wie einen langen, schmalen Fernseher vor. Ein normaler Bildschirm ist ein einzelnes, in sich geschlossenes Gerät. Er hat eine feste Größe, eine eingebaute Steuerungselektronik und wird einfach per HDMI-Kabel angeschlossen. Eine LED-Bande hingegen ist ein modulares System aus hunderten einzelner LED-Module, die zu einer zusammenhängenden Anzeigefläche verbunden werden. Jedes dieser Module enthält wiederum tausende einzelner LEDs, die in einem Raster angeordnet sind.
Dieses modulare Prinzip erklärt einiges: Warum LED-Banden so flexibel sind (Module können in beliebiger Anzahl kombiniert werden), warum Installation aufwändig ist (hunderte Module müssen mechanisch verbunden, verkabelt und konfiguriert werden) und warum spezielle Steuerungstechnik nötig ist (eine herkömmliche Grafikkarte kann nicht hunderte unabhängige Module synchron ansteuern).
Ein professionelles LED-Bandensystem für Stadien besteht aus sechs Hauptkomponenten: den LED-Modulen selbst, der Verkabelung für Strom und Daten, der Stromverteilung, der Steuerungstechnik mit Controllern und Prozessoren, einem Medienserver für die Content-Wiedergabe sowie Transport- und Schutzausrüstung. Schauen wir uns jede Komponente im Detail an.

Ein LED-Modul ist eine rechteckige Einheit, die aus einer Aluminium-Rückwand, einer Treiberplatine und einer Front mit tausenden einzelner LEDs besteht. Typische Modulgrößen für Stadionbanden sind etwa 1,6 Meter in der Breite und 90 Zentimeter in der Höhe, wobei die 90 cm dem Industriestandard für Bandenwerbung entsprechen. In vielen Stadien der 1. Ligen wird mittlerweile auch schon auf 1,20m Höhe gesetzt. Ein so genanntes “Power Pack” bezeichnet die Kombination aus mehreren Bandenreihen, die in der Kombination wie eine einzige deutlich höhere Bandenreihe wirkt.
Die wichtigste Kennzahl für die Bildqualität einer LED-Anlage ist der sogenannte Pixel Pitch, also der Abstand zwischen zwei benachbarten LED-Pixeln in Millimetern. Je kleiner der Wert, desto höher die Auflösung, aber auch der Preis. Für Fußballstadien im Amateur- und Semi-Profi-Bereich haben sich Pixel-Pitch-Werte zwischen 8 und 10 Millimetern als guter Kompromiss zwischen Bildqualität und Wirtschaftlichkeit etabliert. Bei einem Betrachtungsabstand von 10 bis 30 Metern, wie er bei Zuschauern auf der Tribüne üblich ist, liefern diese Auflösungen ein scharfes, gut lesbares Bild.
Für eine 160-Meter-LED-Bande werden etwa 100 LED-Module benötigt. Für eine 240-Meter-Anlage entsprechend rund 150 Module. Diese Hochrechnung ist wichtig für die Kalkulation aller weiteren Komponenten, denn jedes Modul benötigt eigene Strom- und Datenkabel.

Die Verkabelung ist der Bereich, den Laien am meisten unterschätzen. Für eine 160-Meter-Anlage werden allein über 300 Kabel verlegt, bei einer 240-Meter-Bande entsprechend mehr.
Jedes LED-Modul benötigt Stromversorgung. In professionellen Systemen werden verriegelbare Industriestecker verwendet, die versehentliches Lösen verhindern. Die Verkabelung erfolgt in zwei Kategorien: kurze Verbindungskabel zwischen den Modulen (etwa 80 cm) und längere Zuleitungskabel von den Stromverteilern (10 bis 30 Meter). Bei 100 Modulen werden etwa 150 Verbindungskabel und 6-8 längere Zuleitungen benötigt.
Parallel zur Stromverkabelung läuft die Datenverkabelung. Die Ansteuerung der einzelnen LED-Module erfolgt über Ethernet-Protokolle, weshalb Cat5- oder Cat6-Netzwerkkabel zum Einsatz kommen. Auch hier gibt es kurze Verbindungskabel zwischen den Modulen und längere Zuleitungen von den Empfangskarten.
Insgesamt kommt bei einer 160-Meter-Anlage schnell eine Gesamtkabellänge von 400 Metern zusammen. Bei einer 240-Meter-Bande sind es entsprechend über 600 Meter. Diese Zahlen verdeutlichen: Eine LED-Bande ist kein Plug-and-Play-Gerät, sondern eine komplexe Installation mit hunderten Verbindungspunkten.

LED-Banden erfordern eine professionelle Elektroinstallation. Ein typisches System verwendet mehrere wetterfeste Verteilerkästen mit Starkstromanschluss, die an verschiedenen Punkten entlang der Bande positioniert werden. Diese Verteiler schützen die Elektronik vor Witterung, ermöglichen Wartung und Fehlersuche in Abschnitten, bieten Überstromschutz und erlauben das Zu- und Abschalten einzelner Bandenabschnitte.
Die Positionierung der Verteiler muss bei der Stadionplanung berücksichtigt werden, idealerweise sind Starkstromanschlüsse in regelmäßigen Abständen entlang des Spielfeldrands vorhanden.
Hier liegt der technisch anspruchsvollste Teil eines LED-Systems. Die Frage, die viele stellen: Warum kann man LED-Module nicht einfach wie einen Monitor anschließen?
Das Problem ist die Synchronisation. Ein normaler Monitor empfängt ein Videosignal und zeigt es an. Bei einer LED-Bande müssen jedoch über 100 unabhängige Module perfekt synchron das gleiche Bild darstellen, und zwar so, dass die Übergänge zwischen den Modulen unsichtbar bleiben. Jedes Modul empfängt nur seinen eigenen Bildausschnitt. Bei 50 Bildern pro Sekunde muss jedes der 100 Module exakt im gleichen Moment seinen Teil des Bildes anzeigen. Eine Abweichung von wenigen Millisekunden würde als sichtbares Flackern oder "Wellen" durch die Bande laufen.
Aus diesem Grund werden spezialisierte LED-Controller eingesetzt. Ein typisches Setup besteht aus einem Videoprozessor und Glasfaser-Konvertern. Der Videoprozessor ist das "Gehirn" des Systems: Er empfängt das Videosignal vom Medienserver, skaliert das Bild auf die exakte Pixel-Auflösung der LED-Bande, teilt es in Abschnitte für die einzelnen Module auf und steuert Helligkeit sowie Farbkalibrierung.
Da die Datenmenge für hunderte Module enorm ist und die Entfernungen im Stadion groß sind, wird für die Hauptstrecken Glasfaser statt Kupferkabel verwendet. Glasfaser bietet Reichweiten bis zu 10 Kilometer ohne Signalverlust (Kupfer maximal 100 Meter), ist immun gegen elektromagnetische Einstreuungen durch Flutlichtanlagen und andere Stadion-Technik, und liefert ausreichend Bandbreite für hochauflösende Videosignale.
In jedem LED-Modul oder in jeder Modulgruppe sitzt zudem eine Empfangskarte, die das Signal vom Controller empfängt und die einzelnen LEDs ansteuert. Diese Karten sind bereits in den Modulen integriert und müssen mit dem verwendeten Controller-System kompatibel sein.
Der Medienserver ist der Computer, der die Werbeinhalte abspielt und an den Videoprozessor sendet. Die Anforderungen sind dabei weniger auf Rechenleistung als auf Zuverlässigkeit ausgerichtet: Der Rechner muss stundenlang störungsfrei laufen, flüssige Videowiedergabe liefern und idealerweise einfach zu bedienen sein.

Auf dem Medienserver läuft eine spezielle Playout-Software, die Werbeclips in vordefinierten Rotationen abspielt, zeitgesteuerte Wechsel ermöglicht und Live-Einblendungen wie den Spielstand integriert.
Alle Steuerungskomponenten werden typischerweise in einem transportablen 19-Zoll-Rack-Case zusammengefasst, der sogenannten Regieeinheit. Dies enthält den Videoprozessor, die Glasfaser-Konverter, den Medienserver, einen Netzwerk-Switch und (bei modernen Systemen) einen LTE-Router für Fernzugriff. Der LTE-Router ermöglicht den Remote-Support bei technischen Problemen, den Upload neuer Werbeinhalte ohne Vor-Ort-Besuch und das Monitoring des Systemzustands.

LED-Module sind empfindliche Elektronik. Für Transport und Lagerung werden bei modernen Systemen Flightcases verwendet. Dies sind robuste Transportkoffer mit Schaumstoffeinlagen, die die Module vor Stößen, Staub und Feuchtigkeit schützen.
Pro Flightcase werden typischerweise drei bis vier Module gelagert. Für eine 160-Meter-Anlage mit 100 Modulen bedeutet das etwa 25 bis 30 Flightcases. Dies bedeutet einen nicht unerheblicher Lager- und Transportaufwand.
Um die Theorie greifbar zu machen, hier ein Überblick über die typischen Komponenten einer 160-Meter-Anlage: Etwa 100 LED-Module, rund 150 kurze Strom-Verbindungskabel und ebenso viele Daten-Verbindungskabel, dazu 6-8 längere Zuleitungen für Strom und Daten, mehrere wetterfeste Verteilerkästen, ein Videoprozessor, Glasfaser-Konverter für die Signalübertragung, ein Regiecase mit Medienserver und Netzwerktechnik, ein LTE-Router für den Fernzugriff sowie 25-30 Flightcases für Transport und Lagerung. Dazu kommen je nach Stadion noch Sonderkonstruktionen wie Notausgänge. Für eine 240-Meter-Anlage erhöhen sich die Modulanzahl auf etwa 150, die Kabelmengen entsprechend und die Anzahl der Flightcases auf über 40.
Wie lange dauert der Aufbau einer LED-Bande? Der routinemäßige Auf- und Abbau für Spieltage dauert ca. drei bis fünf Stunden pro Richtung.
Wie viel Strom verbraucht eine moderne LED-Bande? Der Verbrauch hängt von Helligkeit und Bildinhalt ab. Als Faustformel gilt: 100 bis 150 Watt pro Quadratmeter bei mittlerer Helligkeit. Eine 160-Meter-Bande verbraucht damit etwa 15 bis 20 Kilowatt.
Können einzelne Module ausgetauscht werden? Ja, das ist ein großer Vorteil des modularen Aufbaus. Defekte Module können vor Ort innerhalb von Minuten ausgetauscht werden, ohne die gesamte Anlage außer Betrieb zu nehmen.
Was passiert bei Regen? Professionelle Outdoor-LED-Module haben eine Schutzklasse von mindestens IP65 (staubdicht und geschützt gegen Strahlwasser). Regen ist damit kein Problem.

Eine LED-Bande ist ein komplexes technisches System, das aus hunderten Komponenten besteht und professionelle Planung, Installation und Wartung erfordert. Wer die Technik dahinter versteht, kann realistische Budgets planen, Angebote besser vergleichen, Probleme schneller identifizieren und fundierte Entscheidungen treffen.
Bei Matchwinners beraten wir Vereine umfassend zu allen technischen und wirtschaftlichen Aspekten von LED-Bandensystemen. Ob Sie eine Anlage kaufen oder mieten möchten, wir finden die passende Lösung für Ihr Stadion.
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