LED-Banden in der Bundesliga: Welche DFL-Richtlinien Clubs wirklich einhalten müssen

January 25, 2026
  |  Autor: 
Torben

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Wenn man ein Bundesliga Spiel im Fernsehen sieht, wirken LED-Banden wie das Normalste der Welt. Was viele nicht wissen: Hinter dieser scheinbaren Selbstverständlichkeit steht ein sehr konkreter Regelrahmen der DFL. Er regelt nicht nur, was gezeigt werden darf, sondern auch wie, wo, wie schnell und unter welchen Bedingungen eine LED-Bande überhaupt betrieben werden darf.

Dieser Beitrag erklärt die wichtigsten DFL Vorgaben verständlich und übersetzt sie in konkrete Hinweise für die Spieltagspraxis, damit Clubs, Vermarkter und Technikdienstleister wissen, worauf es wirklich ankommt.


Warum es überhaupt DFL Vorgaben für Werbebanden gibt

Waldemar Anton beim Spiel Borussia Dortmund gegen OSC Lille
LED-Werbung soll das Fernsehbild möglichst wenig beeinflussen.

DFL Regeln zu LED Werbung sind nicht da, um Kreativität zu bremsen. Sie sollen drei Dinge gleichzeitig schützen: die Sicherheit im Stadion, den Spielbetrieb auf dem Platz und vor allem die Qualität des TV Basissignals. Sobald Werbung blendet, flackert, zu hektisch wechselt oder Kameraeinstellungen stört, ist das ein Produktionsproblem. Entsprechend klar ist der Grundsatz, dass Werbebanden und virtuelle Werbung weder Gefahren begründen noch den Spielbetrieb oder die Produktion des Basissignals beeinträchtigen dürfen.

Aufbau im Stadion: Sicherheit, Abstände

Bevor überhaupt ein Pixel ausgespielt wird, geht es um die Basics des Aufbaus. Kanten der Bande, die zum Spielfeld zeigen, müssen gepolstert sein, Bandenfüße sollen flach sein und dürfen keine scharfen Kanten haben. Gleichzeitig muss der Heimclub Brandschutz sicherstellen, etwa indem außerhalb des Gehäuses möglichst nur schwer entflammbare Materialien verwendet werden.

Sehr praxisrelevant sind auch die Abstände zum Spielfeld. Grundsätzlich gilt: an den Seitenlinien mindestens vier Meter. An den Torlinien gilt im Eckfahnenbereich mindestens drei Meter und im übrigen Bereich mindestens fünf Meter, jeweils unter Berücksichtigung der konkreten baulichen Gegebenheiten und der Anforderungen an Sicherheitszone und Medienproduktion.

Fluchttor LED-Bande
Fluchttore in der LED-Bande müssen genau an den vorgesehenen Stellen vorhanden sein.

Für Stadien mit einem Entfluchtungskonzept in den Innenraum sehen die DFL Techniknormen eine Panikentriegelung an den entsprechenden Fluchttoren vor. Diese Fluchttore müssen dabei eine Mindestbreite von 120 cm haben und von einer Person bedienbar sein. Außerdem müssen sie in Fluchtrichtung zu öffnen sein.

Auch Sonderformen sind geregelt. Eine LED Minibande, also eine zusätzliche Reihe vor der eigentlichen Haupt LED Bande, darf ausschließlich hinter den Tornetzen aufgebaut werden.  Und ganz wichtig: Während des Spiels müssen unter anderem vierter Offizieller, Trainerbank und Betreuerstab freie Sicht aufs Spielfeld haben, außerdem dürfen Kamerapositionen und Foto-Bereiche nicht beeinträchtigt werden.

Wer zusätzlich auf technische Normen schauen will, findet dort auch harte Maße und Parameter, etwa zur maximalen Aufbauhöhe von Bandensystemen.

Bespielung: Welche Anforderungen es für Animationen gibt

Der größte Aha Moment für viele Clubs und Partner kommt beim Thema Bespielung. Denn die DFL regelt sehr genau, wie Sequenzen gestaltet sein dürfen, damit das TV-Bild ruhig bleibt und niemand auf dem Platz geblendet oder irritiert wird.

Zentral ist zunächst die Mindestlänge der Animationen: Eine einzelne Werbesequenz darf 15 Sekunden nicht unterschreiten. Bewegung muss gleichmäßig in eine Richtung verlaufen, maximal zwei Richtungswechsel pro Sequenz sind erlaubt. Außerdem darf Bewegung nicht hektisch beschleunigen, sondern nur gleichmäßig oder gleichmäßig steigend oder fallend laufen. Und selbst die Geschwindigkeit ist begrenzt, horizontal maximal 1,5 Meter pro Sekunde, vertikal maximal 1 Meter pro Sekunde.

Zusätzlich sind harte No-Gos definiert: abrupte Übergänge, schnelle Hell Dunkel Wechsel, Farbblitze oder Aufblinken sind nicht gestattet. Auch die Helligkeit und Farbwirkung sind geregelt. Weiß muss durch einen Schwarzanteil von mindestens 10 Prozent abgeschwächt werden. Und besonders interessant ist eine Regel, die Kreative regelmäßig überrascht: Bewegte Darstellungen eines Fußballs oder eines fußballähnlichen Elements sind nicht gestattet, auch weil die Perspektive der Spieler und Offiziellen berücksichtigt wird.

Mehrere LED Reihen und Oberrang Werbung: Synchronität statt Chaos

Oberrangbande im Deutsche Bank Park in Frankfurt
Oberrangbande im Deutsche Bank Park in Frankfurt

Viele Stadien arbeiten heute nicht nur mit einer LED Reihe. Genau deshalb regelt die DFL, was zusätzlich hinter der ersten LED-Bande oder im Oberrang passieren darf. Auf weiteren LED Reihen muss die Werbung optisch hinter die Haupt LED Bande zurücktreten. Bewegung darf dort ausschließlich vertikal sein. Außerdem müssen Animationslängen und Wechsel auf die Spielfeldrand LED-Bande abgestimmt sein, entweder identisch oder exakt als Vielfaches.  Gegenläufige Animationen zwischen Hauptreihe und weiterer Reihe sind in keinem Fall zulässig. Gleichzeitig dürfen auf insgesamt nur zwei LED-Bandenreihen Bewegungen, Effekte oder Animationen zu sehen sein, alle übrigen Reihen müssen bei wechselnden Werbepartnern als Standbild laufen. Für LED-Minibanden gilt zusätzlich: nur ein Standbild ist zulässig, maximal zwei Werbesequenzen pro Spiel, und jede Sequenz muss mindestens fünf Minuten laufen.

Und dann gibt es noch eine typische Live-TV Situation, die man sonst leicht vergisst: Beim Strafstoß ist ab dem Moment, in dem der Ball auf den Punkt gelegt wird, bis fünf Sekunden nach Ausführung keine Bewegung auf den LED Banden erlaubt, außer bei virtueller Werbung.  Wer das nicht in seinen Operator Workflows einkalkuliert, gerät am Spieltag schnell in Stress.

Inhalte: Nicht alles, was vermarktbar ist, ist auch erlaubt

Neben der Gestaltung gibt es auch klare Regeln zu Inhalten. Grundsätzlich sind Inhalte untersagt, die gegen Gesetze oder Fairplay Grundsätze verstoßen. Explizit verboten sind Werbung für Tabak oder starke alkoholische Getränke über 15 Prozent, außerdem politische, religiöse oder rassistische Inhalte sowie Inhalte, die gegen Ethik, Moral, gute Sitten oder geltende Gesetze verstoßen.  

Ebenfalls nicht erlaubt sind Inhalte mit Bezug auf das konkrete Spiel oder einzelne Spielszenen, wenn sie gegen Fairplay verstoßen, etwa wenn Spieler, Schiedsrichter, Trainer, Funktionsträger oder Clubs diskreditiert werden.

Spannend für internationale Partner ist die Sprachregel: Inhalte müssen mehrheitlich deutschsprachig, englischsprachig oder sprachneutral sein.

Virtuelle Werbung: zusätzliche Regeln, zusätzliche Abstimmung

Virtuelle Werbung ist ein eigenes Thema, wird aber in denselben Durchführungsbestimmungen mitgeregelt. Definiert ist sie als Ersetzen von ohnehin vorhandenen Werbebotschaften im Basissignal, insbesondere auf Werbebanden, ohne für die Übertragung gesondert neue Werbeflächen zu schaffen.

Entscheidend ist: Virtuelle Werbung darf die Qualität des Basissignals nicht beeinträchtigen und soll ein natürliches Gesamtbild beibehalten, die Differenz zwischen realen und virtuellen Inhalten soll möglichst gering sein.  Außerdem darf der Heimclub dafür nur einen Technologieanbieter beauftragen, der eine Freigabe der DFL erhalten hat, inklusive Anforderungen wie Tracking und Keying, damit Überblendung und Erkennung von Personen und Objekten sauber funktionieren.

In der Praxis ist virtuelle Werbung vor allem ein Prozessthema. Der geplante Einsatz muss spätestens vier Wochen vor dem betreffenden Spiel zur Freigabe angemeldet werden.  Inhalte müssen auf Anfrage spätestens 48 Stunden vor Spielbeginn bereitgestellt werden. Und wenn es um Aufbau und Kalibrierung geht, muss der Technologieanbieter die Sportcast spätestens sieben Werktage vor dem Spiel zur zeitlichen Koordination kontaktieren.

Verantwortlichkeit und Durchsetzung: Am Ende haftet der Heimclub

TSV Havelse vs Lok Leipzig TV Berichterstattung
Der Verein ist am Ende für den korrekten Betrieb der LED-Bande verantwortlich, damit im Fernsehen ein optimales Bild gezeigt werden kann.

Einer der wichtigsten Punkte, gerade für Clubs, die viele Gewerke auslagern, ist die Verantwortungskette. Für Aufbau, Betrieb, Verkehrssicherheit und die Vereinbarkeit mit den Durchführungsbestimmungen ist allein der jeweilige Heimclub verantwortlich. Eine vorherige Abnahme oder Freigabe durch die DFL findet nicht statt. Gleichzeitig muss der Heimclub sicherstellen, dass alle beauftragten Personen die Vorgaben kennen und einhalten.

Für die Spieltagspraxis ist außerdem relevant, dass Clubs einen Bandenverantwortlichen benennen und dieser am Spieltag mit dem Production Manager des Basissignals den Aufbau abstimmt, spätestens bis zur Stadionöffnung, und bis Spielende erreichbar bleibt.

Was passiert bei Verstößen? Die DFL und beauftragte Personen sind befugt, die Einhaltung durchzusetzen. Bei Verstößen im Aufbau kann die Umstellung oder Entfernung angeordnet werden, bei Verstößen im Betrieb kann auf Anweisung von Schiedsrichter oder DFL Verantwortlichen die Bespielung angepasst oder abgeschaltet werden.  Bei wesentlichen Verstößen, die nicht behoben werden, können auch Sanktionen nach Lizenzierungsordnung ausgesprochen werden.

In der Realität scheitert es selten an bösem Willen, sondern an fehlender Übersetzung zwischen Regeltext und operativer Umsetzung. Content Regeln müssen vor dem ersten Sponsorbriefing klar sein. Wenn Partner und Agenturen früh wissen, dass Spots mindestens 15 Sekunden brauchen, dass es keine Farbblitze geben darf, dass Weiß gedämpft werden muss und dass Fußball ähnliche Animationen tabu sind, entstehen weniger Korrekturschleifen kurz vor Spieltag. Spieltagsroutinen müssen die kritischen Momente abdecken. Das klassische Beispiel ist der Strafstoß, bei dem Bewegungen rechtzeitig eingefroren werden müssen.

Fazit: LED-Werbung wirkt einfacher, als sie ist

LED Banden sind im modernen Fußball nicht wegzudenken, gerade weil sie so selbstverständlich wirken. Genau deshalb lohnt es sich, die DFL Vorgaben gut zu verstehen. Wer sie früh in Content Produktion, Vermarktung und Spieltagsbetrieb integriert, hat am Ende weniger Stress, weniger kurzfristige Änderungen und deutlich mehr Ruhe am Spieltag. Genau das sehen Zuschauer zwar nicht bewusst, aber sie merken es im Gesamtbild.