
Auf den ersten Blick sehen LED-Banden und LED-Walls ähnlich aus – beides sind große Bildschirme aus vielen einzelnen LEDs. Doch wer sich mit der Technik beschäftigt, stößt schnell auf fundamentale Unterschiede. Diese betreffen nicht nur die Bauform, sondern auch die optischen Eigenschaften, die Wetterfestigkeit und den Einsatzzweck. In diesem Artikel erklären wir, was LED-Banden von LED-Walls unterscheidet – und warum diese Unterschiede für den Einsatz im Stadion entscheidend sind.
Eine LED-Wall (auch LED-Videowall oder LED-Videowand genannt) ist ein großflächiger Bildschirm, der aus vielen einzelnen LED-Modulen zusammengesetzt wird. LED-Walls werden typischerweise für Konzerte, Messen, Konferenzräume, Fernsehstudios oder als Werbeflächen in Einkaufszentren eingesetzt. Sie können in beliebigen Formaten gebaut werden – quadratisch, hochkant, breit, gebogen oder sogar als 360-Grad-Installation.
Eine LED-Bande (auch Perimeter-LED oder LED-Perimeter-Board genannt) ist eine spezielle Form der LED-Anzeige, die für den Einsatz am Spielfeldrand in Sportstadien entwickelt wurde. Sie hat typischerweise eine Höhe von etwa 90 bis 100 Zentimetern und kann beliebig lang sein, bei großen Stadien bis zu 240 Meter oder mehr. LED-Banden sind für die besonderen Anforderungen des Sportbetriebs optimiert: Wetterfestigkeit, Sicherheit für Spieler, Sichtbarkeit bei Sonnenlicht und Tauglichkeit für TV-Übertragungen.
Auf den ersten Blick könnte man denken, eine LED-Bande sei einfach eine besonders lange, schmale LED-Wall. Doch die Unterschiede gehen weit über die Form hinaus.

Der auffälligste technische Unterschied zwischen LED-Banden und herkömmlichen LED-Walls sind die sogenannten Shader (auch Louver, Visor oder Blendschutz genannt). Das sind schmale, meist schwarze Gummilippen oder Kunststofflamellen, die oberhalb jeder LED-Reihe angebracht sind.
Shader funktionieren nach dem Prinzip einer Sonnenblende. Sie sind so angewinkelt, dass direktes Sonnenlicht – insbesondere von oben – abgeschattet wird, bevor es auf die LED-Oberfläche trifft. Gleichzeitig lassen sie das von den LEDs abgestrahlte Licht nach vorne zum Betrachter durch.
Das Problem ohne Shader: Wenn Sonnenlicht direkt auf eine LED-Oberfläche trifft, reflektiert es von der Moduloberfläche zurück zum Betrachter. Diese Reflexion überlagert das eigentliche Bild und führt dazu, dass der Bildschirm "ausgewaschen" wirkt – die Farben werden blass, der Kontrast sinkt, und im Extremfall ist das Bild kaum noch erkennbar.
Der Kontrast eines Bildes entsteht durch den Unterschied zwischen den hellsten und dunkelsten Bereichen. Für einen guten Kontrast braucht man nicht nur helle Weißtöne, sondern auch tiefes Schwarz. Das Problem: LEDs können zwar ausgeschaltet werden, um "Schwarz" darzustellen – aber wenn Sonnenlicht auf die Moduloberfläche scheint und reflektiert wird, erscheint dieses Schwarz als helles Grau.
Shader lösen dieses Problem, indem sie verhindern, dass direktes Sonnenlicht überhaupt auf die Moduloberfläche trifft. Dadurch bleibt der Schwarzwert auch bei hellem Tageslicht tief und dunkel, was zu einem deutlich besseren Kontrast führt. Hersteller geben an, dass gut designte Shader bis zu 75 Prozent des direkten Sonnenlichts abschirmen können.
Shader schützen die LEDs auch vor UV-Strahlung, die bei dauerhafter Einwirkung zu einer Degradation der Leuchtdioden führt – die Helligkeit lässt nach, Farben können sich verändern, und die schwarzen Flächen zwischen den Pixeln können mit der Zeit vergilben. Durch die Abschattung verlängern Shader die Lebensdauer der Module erheblich.
LED-Walls für den Innenbereich werden typischerweise in kontrollierten Lichtverhältnissen eingesetzt – Konferenzräume, Messehallen, Fernsehstudios oder Einkaufszentren. Dort gibt es kein direktes Sonnenlicht, das die Darstellung beeinträchtigen würde. Shader wären hier überflüssig und würden nur zusätzliche Kosten verursachen. Für Outdoor-Events werden LED-Walls manchmal eingesetzt, aber meist nur unter Zeltdächern oder bei Abendevents, wo direktes Sonnenlicht kein Problem ist.
LED-Banden hingegen stehen den ganzen Spieltag über im Freien – oft in voller Sonne. Ohne Shader wäre die Werbung bei einem 15:30-Uhr-Anpfiff an einem sonnigen Samstag praktisch unsichtbar.

Die Soft Mask besteht aus weichem, flexiblem Material – typischerweise Gummi oder speziellem Kunststoff. Wenn ein Fußballer bei einem Zweikampf in die Bande stürzt oder ein Torwart beim Herauslaufen gegen die Bande prallt, ist der Aufprall weicher als bei einer harten Oberfläche.
Gleichzeitig schützt die weiche Oberfläche die Technik: Bälle, die mit hoher Geschwindigkeit gegen die Bande fliegen, werden abgefedert. Ohne diese Polsterung würden die empfindlichen LEDs bei jedem harten Aufprall Schaden nehmen.
Weiterer Spielerschutz ist das Soft Pillow, typischerweise ein weiches Polster auf der Oberseite des Gehäuses. Dieses verhindert Verletzungen, wenn Spieler über die Bande springen oder stürzen und mit dem Körper auf die Oberkante treffen.

Ein weiterer fundamentaler Unterschied betrifft die Schutzklasse gegen Wasser und Staub, ausgedrückt als IP-Rating.
IP steht für "Ingress Protection" und besteht aus zwei Ziffern: Die erste Ziffer (0-6) gibt den Schutz gegen Feststoffe und Staub an, die zweite Ziffer (0-9) den Schutz gegen Wasser. Je höher die Zahl, desto besser der Schutz.
LED-Banden für den Stadionbetrieb haben typischerweise ein Rating von IP65 oder höher. Das bedeutet: vollständiger Schutz gegen Staub (6) und Schutz gegen Strahlwasser aus beliebigem Winkel (5). Eine IP65-Bande übersteht problemlos starken Regen, Spritzwasser und sogar Reinigung mit dem Gartenschlauch.
Herkömmliche LED-Walls für den Innenbereich haben oft nur IP30 oder IP40 – sie sind gegen größere Fremdkörper geschützt, aber nicht gegen Staub oder Wasser. Selbst als "Outdoor-fähig" vermarktete LED-Walls haben manchmal nur IP54, was nur eingeschränkten Schutz gegen Spritzwasser bietet.
Viele Vereine machen den Fehler, günstige LED-Walls für den Außeneinsatz zu kaufen, weil sie auf dem Papier "outdoor-geeignet" sind. Das funktioniert vielleicht für einzelne Sommerevents, aber nicht für den dauerhaften Betrieb über eine ganze Saison mit Regen, Schnee, Nebel, Frost und Sommerhitze.
LED-Banden sind für genau diesen Dauereinsatz konstruiert: versiegelte Gehäuse, korrosionsbeständige Materialien, spezielle Dichtungen und Entwässerungssysteme. Eine hochwertige LED-Bande kann bei korrekter Wartung 8 bis 10 Jahre im Außeneinsatz überstehen. Eine nicht dafür ausgelegte LED-Wall würde unter denselben Bedingungen deutlich schneller ausfallen.
Die Helligkeit von Displays wird in Nits gemessen (ein Nit entspricht einer Candela pro Quadratmeter). Je höher der Wert, desto heller kann der Bildschirm strahlen.
Indoor-LED-Walls bewegen sich typischerweise im Bereich von 800 bis 1.500 Nits. Das reicht für Innenräume völlig aus – höhere Werte wären sogar unangenehm für die Augen und würden unnötig viel Strom verbrauchen.
Outdoor-LED-Banden für Stadien benötigen hingegen 5.000 bis 7.000 Nits oder mehr, um auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut sichtbar zu sein. An einem sonnigen Tag kann die Umgebungshelligkeit 100.000 Lux erreichen – dagegen muss ein Outdoor-Display "anstrahlen" können.
LED-Banden und LED-Walls unterscheiden sich auch erheblich in ihrer Konstruktion und Handhabung.
LED-Banden haben typischerweise eine standardisierte Höhe von etwa 90 bis 100 Zentimetern. Das entspricht den Vorgaben der Fußballverbände für Bandenwerbung. Die Breite der einzelnen Module liegt meist bei 1,6 Metern. Diese Module werden horizontal aneinandergereiht.
LED-Walls hingegen verwenden oft quadratische oder annähernd quadratische Module (z.B. 50x50 cm oder 60x60 cm), die in beliebigen Konfigurationen gestapelt werden können – horizontal, vertikal oder als große Fläche.

LED-Banden verfügen über verstellbare Standfüße oder Halterungen, mit denen der Neigungswinkel angepasst werden kann, typischerweise zwischen 0 und 90 Grad. Das ist wichtig, weil der optimale Betrachtungswinkel je nach Tribünenhöhe und Kameraposition variiert. Bei TV-Übertragungen wird der Winkel oft so eingestellt, dass die Bande optimal in die Kameraeinstellung auf der Haupttribüne fällt.
LED-Walls für Festinstallationen haben diese Flexibilität meist nicht – sie werden einmalig montiert und bleiben dann in Position.
LED-Banden sind für den regelmäßigen Auf- und Abbau konzipiert. Sie haben integrierte Griffe, klappbare Standfüße und Schnellverschlüsse, die einen zügigen Aufbau ohne Werkzeug ermöglichen. Ein erfahrenes Team kann eine 160-Meter-Bande in wenigen Stunden aufbauen.
Viele LED-Walls sind hingegen für Festinstallationen ausgelegt und nicht für häufiges Transportieren optimiert. Rental-LED-Walls (Miet-Walls für Events) sind transportabler, haben aber trotzdem nicht die spezialisierten Features einer Stadionbande.

Der Pixel Pitch, also der Abstand zwischen zwei benachbarten LEDs, unterscheidet sich ebenfalls je nach Einsatzzweck.
Stadionbanden werden aus größerer Entfernung betrachtet denn die nächsten Zuschauer sitzen oft 10 bis 30 Meter entfernt, TV-Kameras filmen aus noch größerer Distanz. Deshalb sind Pixel-Pitch-Werte von P6 bis P10 üblich. Ein kleinerer Pixel Pitch wäre technisch möglich, würde aber die Kosten erhöhen, ohne einen sichtbaren Qualitätsgewinn zu bringen.
Für Innenräume, wo Betrachter oft nur wenige Meter vor dem Bildschirm stehen, werden deutlich feinere Auflösungen benötigt. In Konferenzräumen oder Kontrollzentren sind Pixel-Pitch-Werte von P1,2 bis P2,5 üblich. Für Messeauftritte oder Bühnenproduktionen liegen die Werte typischerweise bei P2,5 bis P4.
Die Faustregel lautet: Der optimale Betrachtungsabstand in Metern entspricht etwa dem Pixel Pitch in Millimetern. Ein P10-Display ist also für Betrachtungsabstände ab etwa 10 Metern ausgelegt.
Ein oft übersehener Unterschied betrifft die Bildwiederholrate (Refresh Rate). Wenn eine Kamera auf ein Display gerichtet ist, kann es zu einem störenden Flimmern oder zu horizontalen Streifen im Bild kommen. Das passiert, wenn die Bildwiederholrate des Displays nicht zur Bildrate der Kamera passt.
Da Stadionbanden bei jeder Live-Übertragung im Bild sind, müssen sie eine hohe Bildwiederholrate von mindestens 3.840 Hz oder mehr haben, um flimmerfrei auf Kameras zu erscheinen. Hochwertige Banden erreichen 7.680 Hz oder sogar mehr.
Standard-LED-Walls haben oft niedrigere Refresh Rates, die für das bloße Auge ausreichen, aber bei Kameraaufnahmen zu sichtbarem Flimmern führen können. Für Broadcast-Anwendungen (Fernsehstudios, Film-Sets) gibt es spezielle LED-Walls mit hohen Refresh Rates, diese sind aber teurer als Standard-Modelle.

LED-Banden und LED-Walls mögen auf den ersten Blick ähnlich aussehen, sind aber für völlig unterschiedliche Einsatzzwecke entwickelt. Eine LED-Bande ist kein einfacher "langer Bildschirm" – sie ist ein spezialisiertes Produkt mit Shadern für Sonnenlicht-Kontrast, IP65-Wetterfestigkeit und TV-optimierter Technik. Wer eine LED-Wall als Bande verwenden möchte, wird schnell Probleme bekommen: ausgewaschene Bilder bei Sonnenlicht, Ausfälle bei Regen, Verletzungsrisiken für Spieler. Umgekehrt wäre eine LED-Bande für Konferenz mit ihrem größeren Pixel Pitch ebenfalls nicht optimal fürs Erscheinungsbild. Die richtige Wahl hängt also vom Einsatzzweck ab.
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